Dem Pferd auf den Zahn gefühlt

Pferde haben unter unseren Haustieren eine einzigartige Zahnstruktur. Ihr Gebiss beherbergt die Schneidezähne, die im vorderen Bereich das Pferdemaules zu finden sind und die Backenzähne, die sich aus den Prämolaren und den Molaren zusammensetzen:

Die Molaren und Prämolaren sind dicht aneinander aufgereiht, wodurch das Aussehen einer zusammenhängenden Kaufläche entsteht. Diese Ausrichtung der Zähne wird als Zahnbogen bezeichnet. Die Schneidezähne sind von den Backenzähnen durch einen breiten  Zwischenraum getrennt, in dessen vorderen Bereich die Eckzähne  zwischen den Schneidezähnen und den Prämolaren zu finden sind. Die Schneidezähne sind verantwortlich für das Ergreifen und Abreißen der Nahrung, während die Backenzähne zum Mahlen von Futter verwendet werden.

Das Pferd kaut in einer rotierenden Bewegung mit dem Unterkiefer, hierbei gleiten die Zähne des Unterkiefers entlang der oberen Zähne. Diese Kreisbewegungen unterhält und fördert die okklusive Oberfläche der Backenzähne. Diese Bewegung wird drastisch reduziert, sobald das Pferd vermehrt kleine Partikel frisst. Körner und pelletiertes Futter können fast in einem up-and-down-Kauen führen, die natürliche Abnutzung wie beim Raufutter entfällt weitgehend. Eine Fütterung auf Grundlage von strukturreichem Futter ist daher essentiell!
Die Backenzähne des Pferdes sind groß und schieben sich nach ihrer Bildung im Kiefer kontinuierlich aus dem Zahnfleisch heraus.  Sie bilden sich im Kiefer des Pferdes bis das Tier ungefähr sieben Jahre alt ist, dann ist das eigentliche Wachstum abgeschlossen. Hiernach findet nur ein scheinbares Wachstum statt, d.h. nachrückende Wurzelanteile werden zur Krone „umfunktioniert“, der Zahn behält aber seine Größe ohne weiteren Aufbau im Wurzelbereich. Der Teil des Zahns, der im Maul des Pferdes zu sehen ist, wird als klinische Krone bezeichnet, während der Abschnitt im Kiefer als Körper oder Ersatzkrone tituliert wird.
Equine Zähne haben eine faltige Verflechtung von hartem Zahnschmelz und weicherem Dentin. Der Schmelz ist für das Schleifen von Futterpartikeln enorm wichtig. Die Kauflächen der aufeinanderliegenden Zähne in Ober-und Unterkiefer müssen zueinander Schmelzkontakt haben. Wenn die Zähne durch anormale Abnutzung, Zahnverlust oder abnormales Wachstums versetzt sind wird der Schmelz-zu-Schmelz Kontakt unterbrochen und ein Teil wird in Berührung mit dem wesentlich weicheren Dentin kommen. Dies resultiert in der schnellen Abnutzung des Dentins und der Verformung des weicheren Zahnes. Langfristige Schäden sind somit vorprogrammiert.

Diese kontinuierliche Eruption führt zu einem Anstieg  der zahnärztlichen Probleme und der Erkrankungen der Mundhöhle, ebenso wie das Alter des Pferdes. Während Pferde seltener Probleme mit Karies oder Zahnfleischerkrankungen haben, präsentieren ihre kontinuierlich durchbrechenden Zähne einzigartige Probleme. Wenn ein Zahn verloren geht oder unphysiologisch abgenutzt wird, wird der Gegenzahn weiterhin aus dem  Zahnfleischrand herausgeschoben. Dies wird vom vorhandenen Zahn her Einfluss auf den leeren Sockel haben. Durch einen fehlenden Zahn oder einen dominanten Zahn wird das Problem in die gegenüberliegende Lücke getragen. Jede dieser abnormen Bedingungen im Mund kann zu Schmerzen und Anomalien im  Kaumuster führen, dieses abnorme Kauen wiederrum  verursacht häufig  Gewichtsabnahmen, Zahninfektionen oder schwere Koliken.

 

Stadtspiegel 06.01.2013

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Westfälische Rundschau 18.12.2012

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Altenaer Kreisblatt 14.12.2012

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